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Bioprodukte

Mehr Wissen für die richtige Auswahl

Informationen für mündige KonsumentInnen

„Welche Vorteile haben biologisch produzierte Lebensmittel?“ „Was bedeutet Bio eigentlich?“ Diese Fragen stellen sich viele KonsumentInnen. Hier bleiben diese Fragen nicht unbeantwortet. Hier sind umfassende Informationen über biologischen Landbau und Nachhaltigkeit zusammen gefasst. Alles Wissenswerte rund um Bio.

Was Heißt Bio?

Biolandbau (= biologische Landwirtschaft = ökologischer Landbau) ist die umwelt- und ressourcenschonendste Form, Land zu bewirtschaften. Zielsetzung im Biolandbau ist das Wirtschaften in Stoffkreisläufen. Ganzheitlich vernetztes Denken und ein möglichst geschlossener Betriebskreislauf sind die Basis für den Erfolg. Biologischer Landbau ist in einer EU-Verordnung (EWG) Nr. 834/2007 (pdf) geregelt und funktioniert im Wesentlichen nach folgenden Prinzipien.

BIO – Lebensmittel

Eier, Fleisch, Fisch, Gemüse, Getreide, Gewürze, Milchprodukte, Naschereien – fast alle Lebensmittel gibt es bereits aus biologischer Erzeugung. Erkennbar sind sie an den Bio-Kontrollzeichen, die von staatlich autorisierten Stellen vergeben werden. Bio-Lebensmittel garantieren den Verzicht auf Gentechnik, chemischen Pflanzenschutz sowie Dünger und stehen für nachhaltige, umweltschonende Produktion. So kann sich der Endverbraucher oder die Endverbraucherin beispielsweise bei Bio-Fleisch sicher sein, dass die Tiere am Bauernhof weder mit gentechnisch verändertem Futter gefüttert oder mit Antibiotika und Hormonen behandelt wurden. Durch einen Code auf der Verpackung kann man rückverfolgen, von welchem Bauernhof das Lebensmittel stammt.

Bio boomt

Die Bio-Anteil im Lebensmittelhandel beträgt rund 8 Prozent und steigt in Österreich. Warum immer mehr KonsumentInnen zu Bio-Produkten greifen, welche Erwartungen sie haben und worauf sie sich bei Bio verlassen, das hat die AMA Marketing GesmbH in einer Studie 2007 untersuchen lassen. Das mit Abstand wichtigste Kaufargument ist demnach die Erhaltung und Förderung der Gesundheit – davon sind 90 Prozent der heimischen Bio-Konsument(inn)en überzeugt. Sie begründeten dies damit, dass biologische Lebensmittel frei von Chemie und Gentechnik seien. Das zweitwichtigste Kaufmotiv ist der „bessere Geschmack“ und an dritter Stelle das „beruhigte Gewissen“, weil man durch Bio-Produkte die Umwelt und die heimischen Bauern unterstütze. (Studie der AMA Marketing)

BIO – Kennzeichnung

In Österreich gibt es zahlreiche Gütezeichen für Lebensmittel. Nur ein Teil davon garantiert echte Bio-Qualität. Damit ein Biolebensmittel sich „bio“ nennen darf, müssen 95 % der Produktion aus biologischer Landwirtschaft stammen. Bis zu maximal 5 % der Zutaten landwirtschaftlichen Ursprungs dürfen aber aus konventioneller Landwirtschaft stammen, wenn diese in der EU-Verordnung (EWG) Nr. 834/2007 aufgelistet sind. In dieser Liste werden nur landwirtschaftlichen Rohstoffe aufgenommen, die nicht ausreichend in Bioqualität verfügbar sind.

Bezeichnungen

Biolebensmittel sind an den folgenden drei Formulierungen erkennbar, die in Österreich nur Produkte biologischer Herkunft tragen dürfen:

  • aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Anbau
  • aus (kontrolliert) biologischem (ökologischem) Landbau
  • aus (kontrolliert) biologischer (ökologischer) Landwirtschaft

Kontrollnummer

Biolebensmittel erkennt man auch an der Prüfstellennummer auf der Verpackung, zum Beispiel: AT-W-03-BIO.
Die ersten beiden Kürzel stehen für den Sitz der Kontrollstelle – AT für Österreich und W für Wien. 03 bezeichnet die Nummer der Kontrollstelle. BIO zeigt an, dass es sich um Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau handelt.

Bio-Kontrollzeichen

EU-Bio-Kontrollzeichen © EU-Kommission

Ab 1. Jänner 2009 gilt für die Produktion und Kennzeichnung von Bio-Lebensmitteln die neue Bio-Verordnung (EG) 834/2007. Die Verordnung regelt die Kriterien, die für die Kennzeichnung von Lebensmittel als „biologisch“ ausschlaggebend sind. Die Verwendung des EU-Logos (Bild) für Bio-Lebensmittel ist verpflichtend. Es kann durch nationale oder private Logos ergänzt werden.

Bio-Shopping

Bio-Lebensmittel erhält man in Österreich in Supermärkten, in Drogerien, ín Naturkostläden, Bio-Supermärkten, Reformhäusern, Bäckereien, Fleischereien, auf Bauernmärkten und im Ab-Hof-Verkauf.

Bio-Shopping-Datenbanken

Das Lebensministerium hat in Zusammenarbeit mit Bio-Austria eine Bio-Shopping-Datenbank eingerichtet. In dieser kann man Bio-Shops in ganz Österreich  – nach Produkten getrennt – gezielt suchen.  http://www.biomaps.at/ – direkt auf den Seiten der Bio Austria.

Bio-Ecke auf den Wiener Märkten

Spezielle Bio-Ecken gibt es in Wien auf dem Naschmarkt und dem Kamelitermarkt. In diesen Bereichen dürfen ausschließlich kontrollierte Bio-Produkte verkauft werden.

Bio-Info-Portale

Auf dieser Seite finden Sie Informations-Portale zu den Themen Biolandbau und Bio-Lebensmittel aus Österreich, Schweiz und Deutschland für interessierte KonsumentInnen. Die Forschungsportale zum Thema Biolandbau finden Sie hier.

Österreich

BIO Austria

BIO Austria ist das Netzwerk der österreichischen Biobauern und Biobäuerinnen. Auf diesen Seiten findet man alle grundlegenden Informationen zum Biolandbau in Österreich, spezielle Infos für LandwirtInnen, KonsumentInnen und Schulen. www.bio-austria.at

Bio Info

Auf dieser Website erfahren KonsumentInnen Wissenswertes über Bio-Lebensmittel. www.bioinfo.at

Biolebensmittel.at

Infos rund um Biolebensmittel, worauf Sie beim Einkauf achten sollen und auch Bioschmankerl-Tipps finden Sie auf der Seite http://www.biolebensmittel.at/

Bio-Aktionsprogramm für Österreich

Das Lebensministerium informiert über das österreichische Bio-Aktionsprogramm.

Biorama

das Magazin für einen nachhaltigen und bewussten Lebensstil ist eine Plattform für Ideen, Menschen und Produkte, ein Leitfaden im schnell wachsenden Markt des Handels mit Bioprodukten, des Fair-Trade sowie der Branche alternativer Energien. www.biorama.at

Lebensart

Magazin für eine nachhaltigen Lebensstil http://www.lebensart.at/

Umweltbundesamt

Auf der Website des Umweltbundesamtes findet man Infos über die gesetzlichen Richtlinien und die Entwicklung des Biolandbaus in Österreich. http://www.umweltbundesamt.at/umweltschutz/landwirtschaft/biolandbau/

Schweiz

bioaktuell.ch

Die Plattform der Schweizer Biobauern- und bäuerinnen.  http://www.bioaktuell.ch

Bio-Suisse

Dachverband der Schweizer Knospe-Betriebe. Bio Suisse organisiert und führt die Enwicklung der Knospe und des biologischen Landbaus in der Schweiz. http://www.bio-suisse.ch/

Bioterra

die Zeitschrift zum Gärtnern, Gestalten und Geniessen mit Tipps für den Biogarten.http://www.bioterra.ch/site/

Bionetz

Netzwerk der Schweizer Bioszene – mit Einkaufsadressen und Produkten. http://www.bionetz.ch/

Deutschland

Bioboom

Bioboom ist ein Magazin, das Produkte für den nachhaltigen Genuß vorstellt. http://www.bioboom.de/

Bio.de

Zeitschrift für ökologisch interessierte VerbraucherInnen. http://www.bio.de

Bio mit Gesicht

Bio mit Gesicht ist eine Qualitätsinitiative von Naturland, Marktgesellschaft der Naturland Betriebe, Bioland Markt, tegut…, Feneberg, Ökoinform und dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl), bietet wissenschaftliche Serviceleistungen für den ökologischen Landbau, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Forschung und Praxis. Mit dem Projekt verfolgen diese Partner gemeinsam das Ziel, den qualitätsorientierten ökologischen Landbau auszuweiten und erlebbar zu machen. www.bio-mit-gesicht.de

Biokreis

ist eine Zeitschrift für biologischen Landbau und gesunde Ernährung. www.biokreis.de

Biopress

Fachmagazin für Naturprodukte: http://www.biopress.de/

Biothemen

Online-Magazin  zu den Themen Ernährung, Gesundheit, Ökologie, Garten, Fairen Handel http://www.biothemen.de/

Bioverzeichnis.de

Bio-  und Ökoinformationen per Mouseklick http://www.bioverzeichnis.de/

Kraut & Rüben

Magazin für biologisches Gärtnern und naturgemäßes Leben. http://www.krautundrueben.de/

Lebendige Erde

Zeitschrift für die biologisch-dynamische Landwirtschaft, Ernäherung und Kultur. http://www.lebendigeerde.de/

Ökologie und Landbau

Wegweiser für eine nachhaltige Landwirtschaft. http://www.oekom.de/zeitschriften/oekologie-landbau/

Schrot und Korn

Magazin aus dem Naturkostladen. http://www.schrotundkorn.de/

Daten und Fakten

Bio ist mehr als nur Landwirtschaft – ein Blick zurück

Biologischer Landbau ist nicht nur eine gesunde und schonende Art und Weise, Landwirtschaft zu betreiben und Lebensmittel zu produzieren, sondern auch ein ganz besonderer Zugang zum Leben insgesamt. Nachhaltigkeit ist in den vergangenen Jahrzehnten zu einem geflügelten Wort in diesem Zusammenhang geworden. Ein Blick zurück in die Geschichte des Bio-Landbaus.

Natur-Stadt Wien

Auf einer Fläche von 415 Quadratkilometern erstreckt sich die Stadt Wien von den Ausläufern des Wienerwalds im Westen und dem Donaudurchbruch im Norden bis zum Rand des ebenen Marchfelds, der Donau-Auen und des Wiener Beckens im Osten und Süden. Rund die Hälfte der Stadtfläche sind Grünflächen (Parkanlagen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wälder, usw.). Der Grünanteil innerhalb der Bezirke schwankt von 3 bis 13 Prozent in den innerstädtischen Regionen und beträgt bis zu 70 Prozent in den westlichen Bezirken.

Stadt mit viel Grün

Die Stadt Wien nimmt innerhalb europäischer Großstädte wohl eine Sonderstellung ein: Kaum eine andere Stadt besitzt so viel „öffentliches Grün“. Ob im Lainzer Tiergarten im Wienerwald, in der Lobau oder auf der Donauinsel: Wiens Natur bietet den Wienerinnen und Wienern sowie den Gästen der Stadt Erholung, Freizeitmöglichkeiten – mit einem Wort: Lebensqualität. Diese Lebensqualität im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu erhalten und zu verbessern ist Aufgabe der Wiener Umweltpolitik.

Natur wird in Wien streng geschützt

Bereits Ende des 19. Jahrhunderts erkannten die Wiener Stadtpolitiker die Bedeutung der Grünflächen für die Lebensqualität. Unter Bürgermeister Karl Lueger beschloss der Gemeinderat am 24. Mai 1905 fast 6.000 Hektar – vor allem im Wienerwald und im Süden Wiens – unter Schutz zu stellen. In der 1990er Jahren konzipierte die Wiener Stadtplanung die „Leitlinien für die Stadtentwicklung Wiens“. Im Zuge dessen wurden in einem „Grün- und Freiflächenkonzept für den Nordosten Wiens“, in dem „1.000-Hektar-Programm“, übergeordnete Grünräume definiert. Im November 1994 wurden der Stadtentwicklungsplan (STEP94) und das 1.000-Hektar-Programm beschlossen. Der Wiener Grüngürtel umschließt heute das gesamte Stadtgebiet und hat eine Gesamtfläche von rund 21.500 Hektar. Etwa 12.000 Hektar davon sind durch die Widmungskategorie Schutzgebiet Wald und Wiesengürtel besonders vor Bebauung geschützt. Weitere Gebiete mit Schutzstatus sind der Biosphärenpark Wienerwald, der Nationalpark Donau Auen, zwei Naturschutzgebiete (Lainzer Tiergarten und Lobau), zahlreiche Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsteile, ökologische Entwicklungsflächen, geschützte Biotope und Naturdenkmäler.

Umweltschutz in Unternehmen fördern

Im Rahmen des ÖkoBusinessPlan Wien unterstützt die Stadt Wiener Unternehmen bei der Umsetzung von Umweltmaßnahmen. Für jede Betriebsgröße und Branche wird ein passendes Modul angeboten. Nachhaltiges Wirtschaften fördert Effizienz und Sparsamkeit im Betrieb. Für jede Betriebsgröße und wird ein passendes Modul angeboten. Nachhaltiges Wirtschaften fördert Effizienz und Sparsamkeit im Betrieb. Durch richtiges Öko-Business konnten bisher knapp 680 Unternehmen ihre Kosten um insgesamt 47,1 Millionen Euro senken.

Artenvielfalt stabilisiert Öko-Systeme

Die höhere Vielfalt von Flora und Fauna fördert auch Nützlinge, die Schädlinge auf natürliche Weise reduzieren. Eine vielfältige Fauna und Flora bewirken zudem ein reichhaltiges, aktives Bodenleben. Untersuchungen zeigen, dass Bodenschädlinge und bodenbürtige Pflanzenkrankheiten in Bioböden durch die reichhaltigere Pilzflora besser reguliert werden als in konventionell bewirtschafteten Böden. Artenreichtum stabilisiert Lebensräume.

Weitere Infos

www.biolebensmittel.at (Lebensministerium)

Bio-Adressen in Österreich: www.biomaps.at

BIO AUSTRIA, Infoportal der Biobäuerinnen und Biobauern in Österreich: www.bio-austria.at

Kritischer Blick statt schnell zugreifen

Bio-Lebensmittel finden sich schon in allen Supermärkten. Doch nicht alles, was im Müsli- oder Körndl-Eck steht, ist auch wirklich Bio. Eine Vielzahl von Bezeichnungen wie „naturnah“, „aus kontrolliertem Vertragsanbau“, „ungespritzt“ etc. wollen bewusst die Assoziation zu biologischen Produkten nahelegen, werden den hohen Bio-Ansprüchen aber nicht gerecht. Die Bio-Anforderungen erfüllen ausschließlich entsprechend gekennzeichnete Produkte. Deshalb lohnt es sich für KonsumentInnen, auf die Bezeichnung und das Bio-Kontrollzeichen zu achten.

Mit gutem Gewissen „bio“

Für den Konsumenten und die Konsumentin bedeutet dies eine hohe Produktsicherheit. Lebensmittel, die ein offizielles Bio-Kontrollzeichen aufweisen, sind nach den strengen Bio-Produktionskritierien hergestellt und gentechnikfrei. Bei zahlreichen landwirtschaftlichen Bio-Produkten wie Fleisch, Fisch und Eiern ist sogar der Herkunftsbetrieb (Inhaber oder Inhaberin) namentlich auf der Verpackung angeführt.

Hohes Einsparpotenzial

In Österreich beläuft sich der Ausstoß an Treibhausgasen aus der Landwirtschaft auf 8 Prozent der Gesamtmenge von CO2-Äquivalenten, die aus österreichischen Quellen in die Atmosphäre gelangt. Durch eine flächendeckende Umstellung auf Biolandbau könnte die heimische Landwirtschaft Tausende Tonnen Treibhausgase einsparen. Einige der möglichen Maßnahmen:

  • Verzicht auf energieintensiven Dünger und chemischen Pflanzenschutz
  • Aufbau gesunder Böden zur CO2-Bindung
  • Tierhaltung im ökologischen Kreislauf

Österreichs Biobauern sind große Klimaschützer. Durch ihre ressourcenschonende Bewirtschaftungsweise werden Jahr für Jahr 180.000 Tonnen Treibhausgase nicht ausgestoßen, die bei anderer Wirtschaftsweise das Klima belasteten. Die bestehenden biologisch bewirtschafteten Flächen speichern zudem 60.000 Tonne CO2 pro Jahr.

Weitere Infos

Biolandbau ist prima fürs Klima (fibl.org)

Klimaneutraler Acker- und Gemüsebau (fibl.org)

Nachhaltige Haltung

In der biologischen Landwirtschaft werden im Sinne der Kreislaufwirtschaft und Nachhaltigkeit nicht mehr Tiere gehalten, als von und durch diese Flächen ernährt werden können. Tiere sollen nur in jenen Regionen gehalten werden, wo sie auch gefüttert werden können. Damit werden außerdem Futtertransporte weitgehend vermieden und auch Transportkosten gespart.

Weniger energieintensiv

In der biologischen Landwirtschaft ist die Tierhaltung an die Betriebesfläche gebunden. Die geringere Anzahl an Tieren bezogen auf die Hoffläche reduziert auch den Ausstoß von Methan. Der geringe EInsatz von Kraftfutter, das meist weite Transportwege hinter sich hat, reduziert wiederum die CO2-Intensität.

Biolandbau im Vergleich mit konventioneller Landwirtschaft

Hier eine Übersicht über wesentliche Unterschiede zwischen Biolandbau und konventioneller Landwirtschaft.

Bereich Prozesse im Biolandbau
Boden Höherer Humusgehalt, bessere physikalische Stabilität und besseres Wasserrückhaltevermögen -> geringeres Risiko von Erosion
Höhere biologische Aktivität, mehr Biomasse, rascheres Recycling von Nährstoffen, bessere Bodenstruktur
Bessere Symbiose zwischen Pilzen und Pflanzen
Wasser Kein Risiko der Verschmutzung von Grund- und Oberflächenwasser durch synthetischen Dünger oder Agrochemikalien
Weniger Nitrateintrag in die Böden
Luft Weniger Treibhausgase werden produziert, weniger reaktive organische Substanzen von Pestizidanwendungen
Höhere CO2- Rückbindung des Bodens
Energie Deutlich geringerer Verbrauch an Erdölprodukten
Energieeffizienz ist sehr hoch; mit Ausnahme weniger Kulturen höher als in der konventionellen Landwirtschaft
Biologische Vielfalt (Biodiversität) Vielfalt an Tieren und Pflanzen und Mikroorganismen ist höher
Landschaft Biolandbau trägt zur Landschaftsvielfalt bei
Ökologische Flächen vernetzen naturnahe Biotope weitaus besser

Bio = Produktsicherheit

Der Weg der Biolebensmittel wird streng kontrolliert und dokumentiert. Bio-Bauern, Bio-Händler und Bio-Verarbeiter werden mindestens einmal jährlich, unangemeldet durch staatlich autorisierte Prüfstellen (Bio-Kontrollstellen), beziehungsweise von der österreichischen Lebensmittelbehörde überprüft. Diese Untersuchungen müssen von den Bauern und Verarbeitern selbst bezahlt werden. Nach erfolgter Kontrolle erhalten die Landwirtschaftsbetriebe einen Kontrollbericht und ein Prüfzertifikat (Kontrollzeichen). Sie dürfen ihre Produkte dann als biologisch vermarkten und mit dem Zeichen der jeweiligen Kontrollstelle versehen. Der Biolandbau ist rechtlich durch eine EU-Verordnung EG_834_2007_BIO_VO_neu (pdf) geregelt.

Bio = Artenvielfalt

Biolandbau ist ein Gegenkonzept zur Intensiv-Landwirtschaft. Diese hat viele negative Folgen nach sich gezogen: das Einbringen fremder Sorten, das Verbauen und Zerschneiden von Lebensräumen und die Verwaldung von Nutzflächen im Berggebiet. All das hat zu einer starken Abnahme der Biodiversität geführt. Biologisch wirtschaftende LandwirtInnen steuern diesem Trend bewusst entgegen.

Biolandbau fördert die Artenvielfalt. Untersuchungen zeigen, dass Biobetriebe  je nach Höhenlage zwischen 46 und 72 Prozent mehr naturnahe Flächen haben,  ein Drittel mehr Pflanzenarten und um die Hälfte mehr Individuen beherbergen. Die geringere Anbauintensität führt dazu, dass es in Biobetrieben noch Pflanzen gibt, die von Natur aus vorkommen. Vor allem Vögel, räuberische Insekten, Spinnen, Bodenorganismen und die Ackerflora profitieren überdurchschnittlich vom Biolandbau. Der Biolandbau bringt im Vergleich zur konventionellen Landwirtschaft viele Leistungen für die Artenvielfalt. Es sind insbesondere die folgenden Maßnahmen des Biolandbaus, die Biodiversität fördern:

  • Verzicht auf chemische Unkrautbekämpfung
  • Verzicht auf chemisch-synthetische Pestizide
  • Geringere und rein organische Düngung
  • Geringere Anzahl an Nutztieren pro Fläche
  • Vielfältige Fruchtfolgen mit hohem Anteil an Klee
  • Schonende Bodenbewirtschaftung (Humuswirtschaft)
  • Höherer Anteil an naturnahen Flächen

Bio = Hochwertiges Essen

Bioprodukte sind  gesünder als konventionell erzeugte Lebensmittel. Das zeigen zahlreiche Studien weltweit. Produkte aus Ökolandbau enthalten im Allgemeinen deutlich mehr Nährstoffe als solche aus der klassischen Landwirtschaft. In einer fünfjährigen Studie konnte nachgewiesen werden, dass Salat, Tomaten, Kartoffeln oder Kohl vom Biobauern deutlich mehr Vitamine, bioaktive Stoffe und sogenannte Antioxidantien enthielten. Hauptursache für die besseren Nährwerte bei Biolebensmittel sei die organische Düngung in der biologischen Landwirtschaft. Diese erhöhe gegenüber der konventionellen mineralischen Düngung nicht nur  den Gehalte an bioaktiven Stoffen, sondern beeinflusse auch die Eiweißprofile und die Konzentration von Stoffen, die die Abwehrkräfte von Pflanzen stärken. Bei Biomilch etwa sorge die Fütterung der Tiere mit Gräsern und Kräutern für eine hochwertigere Zusammensetzung der Milch.

Gesunder Boden – gesunde Pflanzen und Tiere – hochwertige, schadstofffreie Lebensmittel – gesunder Mensch. That`s it!

Bio = Gentechnikfrei

Der Einsatz von Gentechnik ist bei Bio-Produkten auf keiner Produktions- bzw. Verarbeitungsstufe zulässig. Das bedeutet beispielsweise auch, dass die Tiere kein gentechnisch verändertes Futtermittel erhalten dürfen und dass Verarbeitungshilfsstoffe wie das bei Käseherstellung eingesetzte Labferment nicht gentechnisch verändert sein darf. Außerdem ist auch die Behandlung von Bio-Lebensmitteln mit ionisierenden Strahlen verboten.

Bio = Tiergerecht

In der biologischen Landwirtschaft werden die Tiere artgerecht und ihren Bedürfnissen entsprechend gehalten. Ernährt werden sie mit Biofutter, das nach Möglichkeit vom eigenen Hof kommt.Und: Ihrem Wohlbefinden und ihrer Gesundheit wird sehr große Beachtung geschenkt.

Bio = Klimaschutz

Global betrachtet stammen zwischen 12 und 32 Prozent der Treibhausgase aus der Landwirtschaft. Hauptquellen sind dabei der Methanausstoss der Rinder, die Kohlendioxid-Emissionen bei der Herstellung von Mineraldüngern und Pflanzenschutzmitteln, die Abholzung von Wäldern für Acker- und Weideflächen sowie die Bodenerosion. Auch die Bodenbearbeitung durch den Pflug verbraucht viel Energie, verstärkt den Abbau von Humus und belastet somit das Klima.

Bio = Bodenfruchtbarkeit

Die intensive Verwendung leicht löslicher mineralischer Dünger, unsachgemäße Bodenbearbeitung und das Fehlen von Bodenbegrünung haben in den vergangenen Jahrzehnten zu einem signifikanten Abbau des Bodenhumus geführt – weltweit. Die Folgen sind dramatisch:

  • Ackerland geht durch Erosion (Wind) verloren
  • Die Fähigkeit der Böden nimmt ab, Wasser zu speichern
  • Durch den Abbau von Biomasse gelangt CO2 aus den Böden in die Atmosphäre

Im Biolandbau sind gesunde Humusböden die Grundlage des Wirtschaftens. Durch die ständige Begrünung (Gründüngung) sind die Böden vor Erosion geschützt. Stallmist und Kompost verbessern die physikalischen Eigenschaften des Erdreiches, sodass die Humusbildung gefördert wird. Bestehende Bio-Böden speichern 60.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Würden die heimische Ackerböden nach biologischen Prinzipien bewirtschaftet, dann könnten jährlich rund 500.000 Tonnen CO2 aus der Atmosphäre gebunden werden. (Quelle: BIO AUSTRIA)

Bio = Verzicht auf Chemie

Die Biobauern in Österreich verwenden keine chemischen Pflanzenschutzmittel und keine Mineraldünger. Sie setzen auf Gründüngung im Rahmen von Fruchtfolge. Das heißt, es werden auf einem Feld hin und wieder stickstoffbindende Pflanzen, wie Klee oder Luzerne, angebaut. Diese Pflanzen können Stickstoff aus der Luft binden und düngen somit den Boden auf natürliche Weise. Gegen Schädlinge werden statt Gifte die natürlichen Feinde eingesetzt. Durch Verzicht auf energieintensive Chemikalien (Dünger und Pestizide) leisten Österreichs Biobauern einen großen Beitrag zum Natur-, Wasser- und Klimaschutz und sparen 150.000 Tonnen CO2 pro Jahr ein.

Biolandbau ist insgesamt die schonendste Bewirtschaftungsform, da sie nicht auf Ausbeutung, sondern auf Nachhaltigkeit abzielt und auf den Erhalt und die Verbesserung der Bodenfruchtbarkeit ausgerichtet ist. Gentechnik ist im Biolandbau in Österreich streng verboten.

Bio = Kreislaufwirtschaft

Im Biolandbau wird darauf Wert gelegt, dass Futtermittel und Düngemittel aus dem eigenen Betrieb stammen und nicht zugekauft werden. Dadurch entsteht ein System, in dem natürliche Kreisläufe geschlossen bleiben. Außerdem verbleibt auch ein Großteil der Wertschöpfung in der Region.

Bio = Landschaftsvielfalt

Naturnahe Flächen wie Hecken, artenreiche Wiesen, Wildblumenstreifen, Brachen und Kleinstrukturen sind Lebensräume und Rückzugsorte für viele Tierarten. Biolandwirte fördern – im Vergleich zu konventionellen – stärker derartige Flächen. Blühende Obstbäume beispielsweise wirken sich nicht nur positiv auf die Tierwelt sondern auf das gesamte Landschaftsbild.

Bio = Saisonal

Äpfel aus Argentinien, Erdbeeren aus Spanien, Spargel aus Südafrika oder Knoblauch aus China – Es ist weit verbreitet, alle Lebensmittel das ganze Jahr konsumieren zu wollen. Erst in jüngster Zeit sind die enormen Transportwege und der hohe Energieverbrauch in der Produktionskette zum Thema geworden. Um ein Kilo Gemüse aus Südafrika nach Mitteleuropa zu bringen, werden vier Liter Kerosin verbrannt. Der Transport geht auf Kosten des Klimas, dessen Kosten auf das Konto der Produzenten, die oft beschämend wenig erhalten. Viele werden regelrecht ausgebeutet.

Bio-Lebensmittel aus der Region

Anders ist dies bei biologischen Lebensmitteln. Sie kommen aus der Region, die Transportwege sind kurz, die Qualität ist hoch. Biologisch produziertes Obst und Gemüse aus der Region wird zu fairen Preisen saisonal frisch angeboten – eben zur Erntezeit: Erdbeeren im Mai/Juni, Birnen und Äpfel ab August, Kürbisse ab September. Ernst genommener Bio-Landbau geht über eine Anbaumethode hinaus und wird im Zuge der gesamten Transportkette ernst genommen. Also: so wenig Transportkilometer wie nur möglich. KonsumentInnen, die Obst und Gemüse saisonal einkaufen, leisten einen großen Beitrag zum fairen Handel und zum Klimaschutz.

Bio = Solidarisch

Bio-Lebensmittel sind solidarisch. Sie werden nicht auf Kosten zukünftiger Generationen oder durch die Ausbeutung natürlicher Ressourcen produziert. Durch den Verzicht auf Dünge- und Pflanzenschutzmittel, die teilweise mit hohem Energieaufwand hergestellt werden, reduziert Biolandbau CO2-Emissionen wird das Klima geschont. Gefördert werden Artenvielfalt, der Erhalt genetischer Reserven sowie das Gleichgewicht der Öko-Systeme. Durch die vielfältige Fruchtfolgen wird außerdem Bodenerosion verhindert und die Bodenfruchtbarkeit gesteigert – auf ganz natürliche Weise. Biolandbau fördert Nützlinge und verbessert die Lebensräume nachhaltig. Nutztiere werden auf Bio-Bauernhöfen artgerecht und gesund gehalten. Das Futter stammt meist aus den eigenen Betrieb.